DLM Forum Members Meeting Lissabon - Liveberichterstattung
Ich bin derzeit am DLM Members Meeting in Lissabon und werde versuchen davon live zu berichten. Gerade läuft die Begrüßung des portugiesischen Staatsarchivs, gefolgt von Tom Quinlan, Chair des DLM, vom irischen Nationalarchiv
Hier das Bild vom Eröffnngs-chair.
Jef Schram (Europäische Kommission) berichtet über die Entwicklungen in Richtung Moreq2 und beginnt mit einem historischen Abriss. Was wurde gemacht: Moreq2 wurde regelmäßig upgedatet, die DLM review group hat regelmäßig gearbeitet, sodass man hofft Anfang 2008 die neuen Empfehlungen fertig zu haben. Schram fordert Engagement bei der Übersetzung in die jeweiligen Sprachen. Am Plan steht auch eine Entwicklung eines XML Schemas für Moreq (wird auch Zeit...).
Atle Sjekkeland, DLM Sekretariat, berichtet über das Programm des Meetings. Betont auch wieder die Wichtigkeit der Übersetzungen, warnt davor "Lost in translation" zu werden.
Abschließend weist Sjekkeland noch auf den DLM Blog hin (gibts auch als google gadget).
Nach den einleitenden Honneurs kommts nun zum ersten Vortrag: Moreq2 Status Report, vorgetragen von Marc Fresko von Serco Consulting. Auch er beginnt wieder mit einem historischen Abriss, hier "Background" genannt. Fresko berichtet, dass Moreq2 knapp vor dem final draft steht, es wurde heftig reviewt, diese Kommentare müssen nun noch eingearbeitet werden. Im Jänner 2008 soll Moreq2 dann an die EU-Kommission übergeben werden.
Was ist neu in Moreq 2?
+Store records directly in classes without files (or don't)
+ Divide files in:
- into volumes
- into sub files
- into volumes and sub-files
- not at all
Neue Records management features:
Non-contentious features
*Distributed systems
*Offline and remote working
*Components
*Automatic extraction of files etc.
Irgendwie wird einem hier Moreq2 als eierlegende Wollmilchsau verkauft. Freudig wird verkündet, dass man Businessprozeße nachvollziehen kann, also den Workflow. Sowas ist ja wohl Minimumstandard! Anyway, Fresko ist ziemlich begeistert von Moreq2 (nanonanet). In der Diskussion taucht die Frage nach den Standards auf, die Moreq2 verwendet, da schleudert der Vortragende ein wenig durch die Antwort. Überraschend.
In der Diskussion taucht die Frage auf, wer all das Testing für Moreq2 bezahlen soll, da der neue Standard extrem angewachsen ist und so viele neue Möglichkeiten bietet, das manche Firmen an der Sinnhaftigkeit zweifeln.
Malcolm Todd: Chapter Zero
Hier gehts nun um policies. Könnte spannend werden!
Terminologie: Todd sieht Probleme darin, dass manche Länder keinen adäquaten Begriff für "record" haben. Oft wird "record" nur als Archivakt gesehen, und nicht als lebendiges Dokument in einem System. Daher fordert Todd ein Glossar und eine Übersetzung des "key concepts" in die wichtigsten Sprachen der Union.
Policy Differences: Verschiedene rechtliche Rahmen, verschiedene archivische Schwerpunkte und archivische Gesetze, Split zwischen EU-Richtlinien, nationale Gesetzgebung und Regultiven.
Digitale Signatur (chapter 10.8): Neue Mitglieder der EU haben das noch nicht implementiert. Aber auch bei den anderen Staaten große Unterschiede. Todd stellt auch große Unterschiede im Umgang mit Signaturen im öffentlichen und privaten Sektor fest.
Dazu kommen noch "Preservation issues" bei digitalen Signaturen: Es ist unklar wie man damit umgeht. Wird das rechtlich geregelt oder technisch in einem Archivierungssystem? Wie wird die Übergabe von Daten an das Archiv gesehen? Als egovernment Prozess oder als verschlüsselte Transaktion?
Zusammenfassend gibt Todd einen Überblick über die Fussangeln, die Archive bei der Archivierung elektronischer Daten drohen können. Rechtliche Probleme, fehlende Archivgesetzgebung, überzogene Erwartungen, Zeitdruck
Back again - Die Moreq Panel Discussion startet
Stand: Nach 15 Minuten noch immer nix substantielles. Andrea Haenger (Bundesarchiv Koblenz) lobt die Detailliertheit von Moreq2, die eine gute Anleitung für die Industrie bietet. Sie ist der Ansicht, dass DOMEA einen Fokus auf Workflow und Management hat, aber vor allem die technischen Standards von Moreq2 werden auf Domea Auswirkungen haben, da diese in Domea nicht mehr weiterentwickelt werden. Der nächste Sprecher betont den offenen Ansatz von Moreq2 und die Zertifizierung. Francisco Barbedo vom portugiesischen Staatsarchiv ist der Ansicht, dass Moreq2 vor allem zur Verbreitung von Standards in der Industrie wichtig ist, da man die Erfahrung gemacht hat, dass viele Produkte überhaupt keinen Ansprüchen und Standards genügt haben. Daher hat Portugal als erstes Land Moreq aus dem Englischen übersetzt. Das Problem ist oft, dass es keinerlei Ahnung von Records Management gibt, diese Funktion nehmen oft Archivare wahr (was ja an sich gut ist).
In der Diskussion wird Kritik an Moreq2 laut, da dieser Standard quasi ein "Rolls-Royce" ist und nur auf Nationalarchive zugeschnitten ist. Simpel sei hier gar nix. Die Anforderungen werdem immer mehr, kaum jemand braucht alle Dinge, die hier angeboten werden. Ahja, es sollte erwähnt werden, dass Moreq2 ein Angebot an die Aktenproduzenten ist.. Auch in den Ganggesprächen ("Flurfunk") wird moniert, dass Moreq2 überfrachtet ist.

Hier das Bild vom Eröffnngs-chair.
Jef Schram (Europäische Kommission) berichtet über die Entwicklungen in Richtung Moreq2 und beginnt mit einem historischen Abriss. Was wurde gemacht: Moreq2 wurde regelmäßig upgedatet, die DLM review group hat regelmäßig gearbeitet, sodass man hofft Anfang 2008 die neuen Empfehlungen fertig zu haben. Schram fordert Engagement bei der Übersetzung in die jeweiligen Sprachen. Am Plan steht auch eine Entwicklung eines XML Schemas für Moreq (wird auch Zeit...).
Atle Sjekkeland, DLM Sekretariat, berichtet über das Programm des Meetings. Betont auch wieder die Wichtigkeit der Übersetzungen, warnt davor "Lost in translation" zu werden.
Abschließend weist Sjekkeland noch auf den DLM Blog hin (gibts auch als google gadget).
Nach den einleitenden Honneurs kommts nun zum ersten Vortrag: Moreq2 Status Report, vorgetragen von Marc Fresko von Serco Consulting. Auch er beginnt wieder mit einem historischen Abriss, hier "Background" genannt. Fresko berichtet, dass Moreq2 knapp vor dem final draft steht, es wurde heftig reviewt, diese Kommentare müssen nun noch eingearbeitet werden. Im Jänner 2008 soll Moreq2 dann an die EU-Kommission übergeben werden.
Was ist neu in Moreq 2?
+Store records directly in classes without files (or don't)
+ Divide files in:
- into volumes
- into sub files
- into volumes and sub-files
- not at all
Neue Records management features:
Non-contentious features
*Distributed systems
*Offline and remote working
*Components
*Automatic extraction of files etc.
Irgendwie wird einem hier Moreq2 als eierlegende Wollmilchsau verkauft. Freudig wird verkündet, dass man Businessprozeße nachvollziehen kann, also den Workflow. Sowas ist ja wohl Minimumstandard! Anyway, Fresko ist ziemlich begeistert von Moreq2 (nanonanet). In der Diskussion taucht die Frage nach den Standards auf, die Moreq2 verwendet, da schleudert der Vortragende ein wenig durch die Antwort. Überraschend.
In der Diskussion taucht die Frage auf, wer all das Testing für Moreq2 bezahlen soll, da der neue Standard extrem angewachsen ist und so viele neue Möglichkeiten bietet, das manche Firmen an der Sinnhaftigkeit zweifeln.
Malcolm Todd: Chapter Zero
Hier gehts nun um policies. Könnte spannend werden!
Terminologie: Todd sieht Probleme darin, dass manche Länder keinen adäquaten Begriff für "record" haben. Oft wird "record" nur als Archivakt gesehen, und nicht als lebendiges Dokument in einem System. Daher fordert Todd ein Glossar und eine Übersetzung des "key concepts" in die wichtigsten Sprachen der Union.
Policy Differences: Verschiedene rechtliche Rahmen, verschiedene archivische Schwerpunkte und archivische Gesetze, Split zwischen EU-Richtlinien, nationale Gesetzgebung und Regultiven.
Digitale Signatur (chapter 10.8): Neue Mitglieder der EU haben das noch nicht implementiert. Aber auch bei den anderen Staaten große Unterschiede. Todd stellt auch große Unterschiede im Umgang mit Signaturen im öffentlichen und privaten Sektor fest.
Dazu kommen noch "Preservation issues" bei digitalen Signaturen: Es ist unklar wie man damit umgeht. Wird das rechtlich geregelt oder technisch in einem Archivierungssystem? Wie wird die Übergabe von Daten an das Archiv gesehen? Als egovernment Prozess oder als verschlüsselte Transaktion?
Zusammenfassend gibt Todd einen Überblick über die Fussangeln, die Archive bei der Archivierung elektronischer Daten drohen können. Rechtliche Probleme, fehlende Archivgesetzgebung, überzogene Erwartungen, Zeitdruck
Back again - Die Moreq Panel Discussion startet
Stand: Nach 15 Minuten noch immer nix substantielles. Andrea Haenger (Bundesarchiv Koblenz) lobt die Detailliertheit von Moreq2, die eine gute Anleitung für die Industrie bietet. Sie ist der Ansicht, dass DOMEA einen Fokus auf Workflow und Management hat, aber vor allem die technischen Standards von Moreq2 werden auf Domea Auswirkungen haben, da diese in Domea nicht mehr weiterentwickelt werden. Der nächste Sprecher betont den offenen Ansatz von Moreq2 und die Zertifizierung. Francisco Barbedo vom portugiesischen Staatsarchiv ist der Ansicht, dass Moreq2 vor allem zur Verbreitung von Standards in der Industrie wichtig ist, da man die Erfahrung gemacht hat, dass viele Produkte überhaupt keinen Ansprüchen und Standards genügt haben. Daher hat Portugal als erstes Land Moreq aus dem Englischen übersetzt. Das Problem ist oft, dass es keinerlei Ahnung von Records Management gibt, diese Funktion nehmen oft Archivare wahr (was ja an sich gut ist).
In der Diskussion wird Kritik an Moreq2 laut, da dieser Standard quasi ein "Rolls-Royce" ist und nur auf Nationalarchive zugeschnitten ist. Simpel sei hier gar nix. Die Anforderungen werdem immer mehr, kaum jemand braucht alle Dinge, die hier angeboten werden. Ahja, es sollte erwähnt werden, dass Moreq2 ein Angebot an die Aktenproduzenten ist.. Auch in den Ganggesprächen ("Flurfunk") wird moniert, dass Moreq2 überfrachtet ist.
hhsta - 22. Nov, 15:06





