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Geschichte(n)

21
Okt
2009

Das Wissen um die eigene Geschichte als Weg zum Zusammenleben?

Eberhard Lauth schreibt in seinem Blog "ZiB" über ein Interview, das der "Standard" mit William M. Johnston, einem guten Kenner des Österreichertums, geführt hat. Johnaston hat ein neues Buch geschrieben, “Der österreichische Mensch. Kulturgeschichte der Eigenart Österreichs”, ich kenne ihn vor allem wegen seines Buches"Österreichische Kultur- und Geistesgeschichte", ein Buch, das man, wenn man in Wien Geschichte studiert hat, einfach gelesen haben muss, und das ich auch heute noch sehr gerne mag.
Lauth thematisiert nun, das von Johnston angesprochene Zusammenleben von Österreichern und Nicht-Österreichern in der Monarchie. Ein ungemein spannendes Thema. Nun war das Zusammenleben in der Monarchie natürlich ganz und gar nicht unproblematisch, es gab große Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Ethnien der Monarchie.
Lauth plädiert nun für eine Beschäftigung mit der eigenen Geschichte. Nun, da bin ich sehr dafür. Nur wie? Die österreichische Geschichtswissenschaft publiziert viel, nur wird sie außerhalb der akademischen Zirkel kaum rezipiert. Die Tageszeitungen, die sich Qualitätszeitungen nennen, wie "Der Standard" oder "Die Presse" haben ein Feuilleton, das ein schlechter Scherz ist. Kaum Besprechungen von wissenschaftlichen Büchern, keine Auseinandersetzung mit der Geschichte vor 1918.
Gerade das von Lauth über Johnston angesprochene Thema des Zusammenlebens verschiedener Ethnien, aber auch des sich Bewußtwerdens, dass es da vor 1918 einiges gab, was durchaus zu bedenken ist (ob positiv oder negativ, dazu äußere ich mich nicht), ist spannend und wichtig. Das allerdings nach 1945 in der österreichischen Geschichtswissenschaft ein starker patriotischer Zug entstanden ist, der daran arbeitete ein Österreichbewußtsein zu schaffen, das sollte nicht verhehlt werden. Und es war wichtig und richtig! Als letztes Ergebnis kann man da die 15bändige "Österreichische Geschichte", die von Herwig Wolfram initiiert wurde. HIer hat man eine feste Basis, von der aus man diskutieren kann. Dazu sollte man auch die von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften herausgegebene Reihe "Die Habsburgermonarchie 1848-1918" heranziehen. Ich verweise hier nur auf diese Bände:
Band III
ADAM WANDRUSZKA, PETER URBANITSCH (Hgg.), Die Völker des Reiches.
1. Teilband Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1980. XVIII 774 S., 2 Graphiken, 83 Tabellen. ISBN 3-7001-0217-8 Pick It! Pick It!
2. Teilband Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1980. XII+697 S., 11 Tabellen, 1 Faltkarte. ISBN 3-7001-0377-8 Pick It! Pick It!

Man sollte sich nochmals ganz genau ansehen, wie mit der Geschichte Österreichs umgegangen wurde und wird. Auch mit den Jubiläen. Und, ganz wichtig, man sollte sich auch einmal die politischen Folgen des Ausgleiches von 1867 ansehen. Denn dieser Ausgleich, der hat dafür gesorgt, dass die Monarchie zwei Ethnien bevorzugte und der Rest musste sich zurückgesetzt fühlen.

Zu den Jubiläen:

Stefan Spevak, Das Jubiläum "950 Jahre Österreich". Eine Aktion zur Schaffung eines österreichischen Staats- und Kulturbewußtseins im Jahre 1946 (, Veröffentlichungen des IfÖG 37, Wien-München 2003).

Richard G. PLASCHKA – Gerald STOURZH – Jan Paul NIEDERKORN (Hg.), Was heißt Österreich? Inhalt und Umfang des Österreichbegriffes vom 10. Jahrhundert bis heute (Verlag der ÖAW, Wien 1995)

Dazu natürlich noch der Ausstellungskatalog der "Ostarrichi" Ausstellung von 1996.

Schade finde ich, dass Johnston keinen Band über die Kulturgeschichte Österreichs in der Reihe der "Österreichischen Geschichte" geschrieben hat.

1
Okt
2009

Art Spiegelman Seiten der FAZ: GROOOOOSSSSARTIGGG!

Habe ich gerade erst entdeckt: Die Seiten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung online über den Schöpfer der Maus Comics, Art Spiegelman! Ganz ganz große Empfehlung!

16
Sep
2009

Diplomarbeit von Laura Tomicek über den Wiener Fotografen Victor Angerer

Unbedingt hinzuweisen ist auf die sehr schöne Diplomarbeit von Laura Tomicek zum Wiener Fotografen Victor Angerer: Tomicek, Laura (2009) Victor Angerer - Momentfotografie in Österreich.
Diplomarbeit, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Drechsler-Faber, Monika

Online am Server der Wiener UB.

Wäre sehr fein, wenn die Arbeit auch gedruckt werden würde.

14
Sep
2009

Tagung im Österreichischen Staatsarchiv: "Das Blut des Staatskörpers"

Im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien vom 23. - 25. September 2009


Staatsfinanzen / State Finances
Moderation: Peter Rauscher
9h30 Eine vergleichende Analyse der Staatsfinanzen Chinas
und Großbritanniens im langen 18. Jahrhundert
Peer Vries (Wien)
10h15 Schwedische Reichsfinanzen im 17. Jahrhundert
im Übergang vom Adelsregiment zum Absolutismus. Mit
vergleichenden Ausblicken auf die Finanzwirtschaft der
Merkantilstaaten
Werner Buchholz (Greifswald)
11h00 bis 11h30 Pause / Coffee break
11h30 Ottoman State Finances and Fiscal Institutions in
European Perspective, 1500–1800
Kamil Kıvanç Karaman (Istanbul)
12h15 Silberflotten und Hegemonialpolitik: Die Finanzen des
spanischen Weltreiches unter König Philipp II.
Friedrich Edelmayer (Wien)
13h00 bis 15h00 Mittagspause / Lunch break
Finanztheorie und Verwaltung / Financial Theory and
Administration
Moderation: Erich Landsteiner
15h00 Pensionen, Tribute, Korruption.
Die Finanztheorie Jean Bodins
Simona Slanicka (Bielefeld)
15h45 Gift or Tax? The “donativo” between Fiscal Practice and
Political Culture in Spanish Italy in the Seventeenth Century
Massimo Carlo Giannini (Teramo)
16h30 bis 17h00 Pause / Coffee break
Moderation: Peer Vries
17h00 Financial Centralization and Decentralized Administration in
Eighteenth Century Ottoman Empire
Canay Sahin-Fuhrmann (Istanbul)
17h45 „Amtsträger“ und „Beziehungsmakler“.
Das kaiserliche Finanzsystem im Reich unter Reichspfennigmeister
Zacharias Geizkofler (1560–1617)
Alexander Sigelen (Mannheim)
19h00 Empfang am Institut für Österreichische Geschichtsforschung /
Reception
Steuern und Zölle / Taxes and Customs duties
Moderation: Thomas Winkelbauer
9h00 Der „Gemeine Pfennig“: Eine zukunftsweisende Steuerform für
das Reich?
Maximilian Lanzinner (Bonn)
Österreichisches Staatsarchiv
Haus-, Hof- und Staatsarchiv
Minoritenplatz 1, 1010 Wien / Vienna
Österreich / Austria
Internationale Tagung
International Symposium
23.–25. September 2009

Robert Jütte über Bucheinbände aus Menschenhaut

In der heutigen "Neuen Zürcher Zeitung" schreibt der Medizinhistoriker Robert Jütte einen spannenden Beitrag über Bucheinbände aus Menschenhaut. Schaurig!

7
Sep
2009

Ausstellung der Sammlung "Fotografis" im Museum der Moderne in Salzburg

Noch bis 26. Oktober 2009 ist im Salzburger Museum der Moderne die Präsentation der Sammlung "Fotografis" zu sehen. Die Sammlung ist eine Leihgabe der Bank Austria an das MdM und stellt mit ihren knapp 400 Exponaten eine der wichtigsten fotohistorischen Sammlungen in Österreich dar. Dazu ist auch ein Katalog erschienen, kostet im Museum € 19,-. Der Katalog gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte und den Aufbau der Sammlung und enthält zahlreiche Abbildungen der in der Sammlung vertretenen Fotografien.

23
Aug
2009

Napoleon Ausstellung auf der Schallaburg

Der Einschätzung des geschätzten Adresscomptoirs zur Napoleon Ausstellung auf der Schallaburg ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Die ist wirklich sehr öd und uninspiriert, ausserdem ist die Burg für Ausstellungen eigentlich nicht geeignet. Aber wurscht, das Marketing funktioniert und die Ausstellung ist sehr gut besucht. Wen interessiert denn da der Inhalt?
Sehr lustig ist dafür ist das Gästebuch, der interessierte Bürger schreibt lustige Sachen rein, siehe unten angehängtes Beispiel.

Gästebucheintrag Schallaburg

15
Apr
2009

Anton Tantners Galerie der Hausnummern auf "Der Standard.at" online

Anton Tantner, world famous adresscomptoirbetreiber, ist nun auch im "Standard" vertreten. Feine Sache, um boboesk zu schreiben.

22
Mrz
2009

Stadtansichten Wien - Können wir auch

Martin Ulrich Kehrer hat ein schönes Buch gemacht: Martin Ulrich Kehrer: "Stadtalphabet Wien", Sonderzahl Verlag, 144 S., 2008, ISBN 978-3-85449-300-6 Pick It! (Mit einem Nachwort von Walter Pamminger), 18 Euro. Dabei geht es um Grafiken in der Stadt , angebracht als Schild über Geschäftsportalen etc. Die Idee ist nicht neu, wenn man offenen Auges durch die Stadt geht, findet man überall in der Stadt tolle Schriften. Im Web gibt es dazu auch zahlreiche Fotografien, bei Flickr etc. Auch hier ein schöner Link, die Website von Herbert Marker.

Hier nur einige eigene Fotografien, augenommen in Wien 18.

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4
Mrz
2009

Datenbank zu den Hofstaaten Kaiser Leopolds I. online geschaltet

Seit heute gibt es auf der Homepage des Österreichischen Staatsarchivs gesammelte Daten eines Forschungsprojektes über "Die Wiener Hofgesellschaft während der Regierungszeit Kaiser Leopolds I. (1657-1705)". Die Daten stehen als excel Dateien zum Download zur Verfügung. Durchgeführt wurde dafür eine detaillierte prosopographische Erfassung aller Angehörigen des Hofes ... und Zuständigkeitsbereiche der Hofämter und ihrer Mitglieder . Geleitet wurde das Projekt von Leopold Auer, dem vor kurzen in den Ruhestand getretenen Direktor des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs.

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Ausgewertet wurden dazu Hofstaatsverzeichnisse, Hofzahlamtsbücher, Adelsakten, Totenbeschauprotokolle und Ehematriken aus dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv, dem Hofkammerarchiv, dem Allgemeinen Verwaltungsarchiv, dem Wiener Stadt- und Landesarchiv sowie aus den Archiven der Pfarren von St. Stephan und St. Michael. Der Link zum sogenannten "Leopold Lexikon" findet sich hier.
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Zuletzt aktualisiert: 23. Nov, 21:07

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